Indienbesuch 2011

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Unser Tagebuch

Tag 1
Am Sonntagmorgen, um 8:30 Uhr, machten wir uns auf den Weg zum Flughafen München. Nach einem 10-stündigen Flug, mit einer kurzen Zwischenlandung in Doha, Qatar, landeten wir, glücklich und sicher, am International Airport Bangalore. Zu diesem Zeitpunkt war es in Indien 4:30 Uhr morgens. Während der ca. zweistündigen Busfahrt zur TISB (The International School Bangalore) wurden uns bereits Unterschiede zu Deutschland bewusst. Beispielsweise die tiefen Schlaglöcher der Straße oder die überall freilaufenden Kühe und Hunde.Wachgerüttelt durch die Busfahrt war an Schlafen erst mal nicht zu denken, da wir die deutsche Zeitzone noch im Rythmus hatten. Doch letztendlich war jeder über die paar Stunden Schlaf bis Mittag froh. Nach dem reichlichen Mittagessen hatten wir Zeit, unsere indischen Gastschüler persönlich kennen zu lernen. Anschließend bekamen wir eine Führung durch das gigantisch große und sehr beeindruckende Schulgelände.

Tag 2
Unser Tag fing mit dem ersten indischen Frühstück an. Neben Butter, Naan (indischer Hefefladen) und einer sehr süßen Marmelade, gab es unter anderem grünes, indisches Rührei. Danach ging die Reise mit einem Bus ins Stadtinnere, zu SAP, einer sehr bekannten und auch in Deutschland vertretener Softwarefirma. Dort erzählte uns Herr Clas Neumann viel Wichtiges über die Firma und seinen Beruf. Anschließend zeigte uns ein Mitarbeiter das riesige, moderne Firmengelände. Um uns für eine weitere, lange Fahrt auf den holperigen Straßen Indiens zu stärken, wurden wir in ein nobeles Restaurant eingeladen. Mit vollem Magen machten wir uns auf den Weg zu einer Seidenfarm. Dort wurde uns gezeigt, wie aus Seidenraupenwürmer Seide gewonnen werden kann. Nach einem interessantem Erlebnis im Hinterland Indiens ging es wieder in die Schule zurück. Um etwa 16:00 Uhr nahm sich der Schulleiter Herr Dr. Mattew Sullivan Zeit, um ein paar Worte an uns zu richten. Im Anschluss stand eine Abkühlung im schuleigenen Pool auf dem Tagesplan.

Tag 3
Am dritten Tag unseres Indienaufenthalts fuhren wir am Vormittag zu Invest in Bavaria, das man als bayrischen Konsulat bezeichnen kann. Dort begrüßte uns der Leiter, John Kottayil, und erklärte uns seine Aufgaben. Nach einem einstündigen Vortrag lud er uns in ein typisch, indisches Restaurant ein. Nach dem vorzüglichen Essen besuchten wir dann das Deutsche Konsulat. Hier nahm sich der Stellvertreter des Konsuls, Herr Löffler, den ganzen Nachmittag frei, um uns seine Plichten im Konsulat zu erklären. Anschließend folgte eine Shopping-Tour durch die Gassen von Bangalore.

Tag 4
Am vierten Tag wurden wir durch das tägliche Kingeln geweckt. Nach dem Frühstück begaben wir uns um ca. 9 Uhr zu einer staatlichen Schule. Dort wurde uns von dem stellvertretenden Schulleiter die Einrichtung gezeigt. Man zeigte uns die Klassenzimmer, die sehr klein waren, jedoch sich große Klassen darin befanden. Außerdem zeigte man uns  Sportplatz, der mit denen an unserer Schule oder denen in Deutschland nicht zu vergleichen war. Weiter ging es zum Computerraum. Nach dem Rundgang fand ein Austausch mit den Schülerinnen und Schüler der dortigen zehnten Klassen statt. Am Ende verabschiedeten wir uns und es wurden E-Mailaddressen ausgetauscht. Zum Mittagessen fuhren wir zu einem der zahlreichen Shoppingcenters, wo auch gleich noch ein ausgibige Einkaufstour am Nachmittag auf dem Program stand.

Tag 5
Der Morgen begann bei den meisten schon um 6 Uhr mit einer kalten Dusche. Nach einem deftigen Frühstück machten wir uns auf den Weg zu dem ältesten Tempel Bangalores. Dieser gehört dem Hinduismus an und durften ihn auch nur, wie hier üblich, barfuß betreten. Danach machten wir uns auf den Weg zum Mittagessen. Nach der Stärkung durften wir die negativen Seiten Bangalores kennen lernen, die Slums. Dort sahen wir uns eine Schule für Straßenkinder an, in der die Schüler uns eine traditionelle Lieder vorstellten. Nach beidseitiger Vorstellung hatten wir genügend Zeit, tierische Geschichtsmasken mit den Kindern zu basteln. Auf dem Weg zum Bus zurück, hatten wir die Möglichkeit, zwei dieser Slumhäuser von innen zu betrachten, was uns alle extremst schockierte. Pater Antonie, der Leiter der besuchten Schule, lud uns anschließend auf einen Vortag über das ECHO-Projekt ein, welches die Zukunft von kriminellen Straßenkinder fördert, indem sie den ärmsten der Armen eine kostenlose, schulische Ausbildung ermöglicht. Nach dem einstündigen Vortrag waren wir Zuschauer eines Musicals, welche Schüler der ECHO-Organisation vorfürten. Als Abendessen durften wir uns an einem, extra für uns hergerichtetem Buffett, bedienen.

Tag 6
Wir freuten uns alle schon auf das bevorstehende Wochenende mit den indischen Gasteltern. Diese begrüsten uns um 9 Uhr an der Pforte der Schule. Als jeder nach unterschiedlichen Fahrzeiten bei den Wohnhäuser unserer Familien angekommen waren, merkte jeder schnell, das die Unterschiede von Arm und Reich sehr extrem auseinandergingen. Im Laufe des Tages unternahm jeder verschiedene Ausflüge. Gerechtfertigt gesagt war es für jeden von uns zwei Tage der Erholung.

Tag 7
Nachdem wir den ganzen Tag bei unseren Familien verbrachten, wurden wir am Sonnabenden zum Abendessen von ihnen wieder an der Schule abgeliefert. Erschöpft und mit viel zu Erzählen beendeten wir unser Wochenende.

Tag 8
Als wir uns um 8 Uhr mit unseren Austauschschülern für einen Schultag mit ihnen trafen, wurden uns die Unterschiede zu der heimischen Schule, wie z.B. einheitliche Schuluniform, bewusst. Nach einem anstregendem Schultag und dem darauffolgendem Mittagessen verbrachten wir einen lustigen Nachmittag, da dieser Montag bei den Schülern der sehr beliebte 'children day' war. Gemeinsam mit allen Schülern der TISB versammelten wir uns im großem Auditorium, in dem die Lehrer der Schule lustige Akts für die Schüler aufführten und beispielsweise Märchen nachspielten. Nach der zweistündigen Vorstellung versorgen wir uns im höchst beliebten TUK-Shop der Schule mit Süßigkeiten uns genossen dann die bevorstehende Freizeit

Tag 9
Zwei Stunde früher als gewohnt, nämlich um 7 Uhr, machten wir uns auf den Weg nach Mysore. Auf der Strecke lag eine Zuckerrohrfarm, die wir kurz besichtigen durften. In Mysore angekommen besichtigten wir auf einem Hügel, sodass man die ganze Stadt im Blick hatte, einen der ältesten Tempel Südindiens. Zum Mittagessen ging es diesmal in ein schickes Hotelrestaurant und nach der täglichen Stärkung waren wir am Höhepunkt unseres Tages angelangt, nämlich der Besichtigung des Palastes von Mysore. Durch den sog. Audioguide erfuhren wir viele interessante Fakten und Legenden über den Palast und seine ehemaligen Bewohner. Nach anschießender Besichtigung des palasteigenen Parks traten wir die Heimreise in Richtung TISB an. Die Fahrt wurde durch zwei Stopps unterbrochen, zum einen erhielt jeder die Chance, Kokosnussmilch zu probieren und zum anderen wurde an einer typisch indischen Raststätte zu einem kruzen Snack angehalten. Zurück in der Schule fiel jeder in sein Bett.

Tag 10
Dieser Tag wurde noch einmal dazu benützt, die noch ausstehenden Mitbringsel zu besorgen. Hierzu begaben wir uns in die 'commercial street' und den angrenzenden, traditionen Markt, in dem es von Blumenschmuck über Hundefleisch alles gab.

Tag 11
Der Donnerstag begann wie jeder andere Tag in Indien mit einem Frühstück um halb 8. Doch dieses mal stiegen wir nicht, wie gewöhnlich, in den Bus, sondern wurden zu einer Yogastunde eingeladen. Eine regionale Yogalehrerin, die ihr eigenes Yogazentrum besitzt, zeigte uns ein paar der leichteren Übungen. Ab 10 Uhr war der schuleigene Pool für uns reserviert, da in Indien jedoch alles sehr spontan ist, konnten wir erst ab 11 Uhr das kühle Nass genießen. Danach hatten wir Freizeit, die von einigen zum Ausschlafen und von anderen um die indischen Schüler besser kennen zu lernen genutzt wurde. Um halb 5 wurden wir in die indische Nationalsportart Cricket eingeführt.

Tag 12
Nach dem Frühstück machten wir zusammen mit unseren Austauschschüler in bayerischer Tracht ein Abschlussfoto, bevor wir uns in den Bus setzten und zu Herrn Kneile, einem deutschen Auswanderer, der schon 38 Jahre in Indien lebt, fuhren. Nach einem Stehempfang mit Kuchen, erklärte er uns die Wandlungen Indiens, die er selbst miterlebte und erläuterte eine Daten und Fakten. Zum Mittagessen lud uns Herr Kneile und seine Lebengefährte Frau Armbrust in ein Hotel ein, wo wir uns am Buffett bedienen durften. Mit vollem Magen fuhren wir an die TISB zurück und die ersten begannen, ihre Koffer für die Heimreise startklar zu machen. Zum Abschluss unseres Indienaufenthaltes wurden wir vom Schuldirektor, Dr. Mattew Sullivan, in die Executiv Dinning Hall eingeladen, einmal Speisesaal, der nur für besondere Anlässe benutzt wird. Der Tag neigte sich dem Ende zu und wir alle hatten Angst vor der bevorstehenden Verabschiedung. Um Mitternacht brachen wir dann zum International Airport Bangalore auf, von wo aus wir um 4:30 in Richtung Deutschland abhoben und 20 Stunden später sicher, aber erschöpft den heimischen Boden wieder betreten konnten.

Alles in allem war es ein interessanter, lustiger und unbedingt weiterzuempfehlender Ausflug zu einem wirklich anderem Teil der Welt. Hierbei möchten wir uns ganz herzlich bei Herr Graßl und Frau Pritzl für die 2 herrlichen Wochen bedanken.