Aufführung der Oberstufe 2014

Top! Die Wette gilt!

Jeder muss da durch. Jeder muss sich damit beschäftigen. Jeder muss sich damit auskennen. Jeder muss ihn lesen… oder zumindest so tun als ob: Goethes „Faust“.

Aber richtig begeistert ist die Q11 davon eigentlich nicht. Hexen, Chöre, Wissenschaft? Wen interessiert’s? Und dann auch noch in Versform! Geht’s noch?

Doch halt! 12 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Regisseurin Frau Resch haben es sich heuer zur Aufgabe gemacht, das Gymnasium Landau mitten ins Gesicht zu schlagen. Und zwar mit einer ganz eigenen Faustversion. Und es wird euch gefallen! Wetten?

Dass das Stück nicht so gelassen werden soll, wie es ist, war von Anfang an klar. Schließlich muss sich jeder an der Schule irgendwann mal mit der Geschichte auseinandersetzen oder kennt sie eh schon. Also weg mit der Hexenküche und dem alten Wissenschaftler und her mit Drogen und einem Abiturienten!

Auch dass es heuer, als Kontrastprogramm zum letzten Jahr, lustig werden sollte, stand fest. Wissenschaftler sind aber auch so leicht aufs Korn zu nehmen!

Szene für Szene besprachen wir, was gleichgelassen, verändert, weggelassen oder hinzugefügt werden sollte. Figuren wurden aus ihrer alten Charakteristik gerissen, Themen neu aufgerollt und das Stück so von einer ganz neuen Seite betrachtet. Natürlich haben wir nicht alles an Faust geändert. Einige, teils bekannte, Zitate ließen wir an ihrem Fleck und stellten den Bezug zum Originalstück her. Auch einigten wir uns darauf, die Gretchentragödie einigermaßen ernst zu lassen und stürzten uns auf die Gelehrtentragödie. So entstand das Bild von dem kindlichen Abiturienten Faust, der überfordert mit seinem Leben ist und durch seinen besten Freund Wagner zu Drogen kommt. Und dann geht der Spaß los: Auf einmal mischen sich Mephisto, Faust, Gott und sogar Goethe in sein Leben ein und wollen ihm sagen, war für ihn am besten ist. Dann verliebt er sich auch noch in Gretchen – das perfekte Chaos!

Als das Grundgerüst soweit fertig war, standen die üblichen 3 Tage in Haunersdorf an, wo wir das Stück vollendeten. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Frau Klostermeier, die uns mit Rat und Tat zur Seite stand und uns so teilweise vor unseren eigenen Ideen rettete. Vielen Dank dafür!

Dann ging es auch schon Richtung Aufführung. Ein Bühnenbild, Kostüme und Requisiten mussten her! Viele Massenszenen sorgten auch für viel Umzieherei unter den Schauspielern und so auch für viel Hektik hinter der Bühne - aber was tut man nicht alles für ein gelungenes Stück!

Die größte Besonderheit unseres Stückes war aber, dass auch Goethe – in der gesamten Inszenierung in seinem Autorensessel an der Bühnenrampe sitzend – mehr als nur ein Wörtchen mitzureden hatte. Er schrieb vor, wie die Figuren zu reagieren und zu handeln hatten, ob es ihnen nun passte oder nicht! So kam auch der Titel „Faust – Director’s Cut“ zustande und gab Einblick in unsere Arbeitsstrategie.

Langsam wurden die Hände schwitzig und das Herz fing an zu pochen – die Aufführungswoche war angebrochen. Doch das Publikum nahm unsere Faustversion noch besser an, als wir erwartet hatten. Dieses Mal wurden keine Tränen geweint, dafür Tränen gelacht!

Natürlich geht auch noch ein herzliches Dankeschön an Frau Resch, die uns ja das ganze Jahr ertragen musste. Vielen Dank für die Zeit und die Mühe, die Sie investiert haben.

Und nach den Aufführungen stellt sich uns jetzt nur noch eine Frage: Ist Chantal nun schwanger oder nicht?!

 Teresa Reichl, Q12

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