Evangelische Religionslehre

Der evangelische Religionsunterricht ist ein wertvolles Unterrichtsfach im Fächerkanon der Schule, das verschiedene Ebenen aufweist und wesentlich dazu beiträgt, den Schülern Orientierung, christliche Werte und eine eigene Urteilsfähigkeit in unserer pluralen Gesellschaft zu vermitteln.

Hier geschieht in der Schule etwas, was in der heutigen Gesellschaft immer weniger vorkommt: Die Verbindung zwischen Religion und Gesellschaft, zwischen Glaube und Wissen, zwischen spirituellem und materiellem Denken. Ein Mensch kann nur in mehrdimensionaler Hinsicht zu einer reifen Persönlichkeit heranwachsen. Er muss lernen und erfahren, dass nicht nur Fakten, Wissen und materielle Dinge unser Leben ausmachen, sondern gerade die Dinge, die wir auf geistiger, emotionaler, zwischenmenschlicher Ebene erleben, für uns von besonderer Bedeutung sind. Auch auf dieser (Herzens-) Ebene müssen wir uns bilden, um im Leben bestehen zu können.

 

Im sog. Globalziel des Fachlehrplans für Evang. Religionslehre wird diese Vielfalt in dem Auftrag des Religionsunterrichts an Gymnasien in Bayern so formuliert:

 

- Der Religionsunterricht (RU) soll problemorientiert sein, d.h. er soll gemeinsam mit den Schülern Antworten auf die Fragen, Nöte und Herausforderungen unserer Zeit suchen und entfalten.

- Weiterhin soll der RU informieren und orientieren über die christliche Tradition (z.B. Kirchengeschichte), die Kirche heute, ökumenische Fragen sowie über außerchristliche Daseinsauslegungen (z.B. Judentum, Islam, Buddhismus).

- Der RU kann einen therapeutischen Ansatz haben, indem er den Schülern konkrete Lebenshilfe bietet, damit diese zu sich selbst finden und in der Gesellschaft mündig werden können.

- Nicht zuletzt hat der RU immer noch den Anruf Gottes gegenüber den Menschen unserer Zeit auszusprechen. Da die Schüler immer weniger mit der Kirche in Berührung kommen, wird ihnen im RU die Möglichkeit geboten, dem biblischen Wort zu begegnen und Wege zum eigenen Glauben an Jesus Christus zu finden.

 

An unserer Schule unterrichtet dieses Fach Frau OStRin Synke Roos, und zwar in den Jahrgangsstufen 5, 6, 7, 8, 9, 10 und in einem gemeinsamen Oberstufenkurs Q11 / Q12. Auf jeder Jahrgangsstufe kommt jeweils eine Gruppe aus den Parallelklassen zusammen, die Gruppenstärken liegen zwischen 5 und 20 Schülern und Schülerinnen.

Durch die Diaspora-Situation der evangelischen Schüler, die kleinen Gruppen und die oft jahrelange Zusammenarbeit in dieser Gruppe und mit der einen Lehrkraft entsteht in diesem Unterricht eine außergewöhnliche Atmosphäre des Lernens, der persönlichen Wertschätzung, der Vertrautheit und der Offenheit, die diese Unterrichtsstunden für Schüler und Lehrerin ganz besonders macht.

 

Die Zusammenarbeit mit der viel größeren Fachschaft Katholische Religionslehre ist in dieser Situation sehr wichtig: Viele Veranstaltungen, Anschaffungen und Planungen werden gemeinsam durchgeführt, um effektiv zu sein. Diese Zusammenarbeit funktioniert an unserer Schule sehr gut, so dass viele Dinge gemeinsam angeboten werden können:

 

- Die 7. Klassen machen eine Exkursion in die Moschee in Dingolfing.

- Die 9. Klassen besuchen eine Synagoge in Straubing oder München.

- Die 9. Klassen fahren zu den Tagen der Orientierung ins Haus der Jugend nach Passau.

- Schüler aus den 10. Klassen nehmen an einem Internationalen Jugendtreffen in Taizé (Frankreich) teil.

- Der ökumenische Meditationsraum wird rege genutzt.

- Die Schulgottesdienste (zum Schuljahresanfang, zu Weihnachten, zum Abitur und zum Schuljahresabschluss) feiern wir ökumenisch.

 

Frau Roos: „Ich bin dankbar für die viele schönen Erfahrungen mit den evangelischen Schülern und hoffe, dass mein Unterricht den Schülern Freude bereitet und mit Gottes Hilfe Herz und Verstand meiner Schüler weiterbildet.“

 

OStRin Synke Roos   

 


Auferstehungsikone, TdO in Passau, Foto: Roos