Auf nach Taizé

Taizé-Fahrt des Gymnasiums
Zehntklässler reisen nach Frankreich ins Kloster
 

Jedes Jahr im Frühsommer ist es wieder soweit: eine Gruppe von Zehntklässlern des Gymnasiums Landau fährt im Rahmen des Sprachaustausches zusammen mit den begleitenden Religionslehrkräften für eine Woche nach Taizé (Frankreich) zu einem Internationalen Jugendtreffen der Communauté de Taizé. Diese ist eine christlich ökumenische Klostergemeinschaft in Burgund, die sich vor allem mit den Anliegen und der Sinnsuche von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auseinandersetzt und einen internationalen Treffpunkt von jungen Menschen aus der ganzen Welt darstellt (www.taize.fr). In den Sommermonaten treffen sich hier Hunderte und Tausende von jungen Menschen, um gemeinsam ein einwöchiges Programm erleben und mitmachen zu dürfen. Für die Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums ist dies eine Woche voller beeindruckender Erlebnisse und Begegnungen. Sie begegnen jungen Menschen aus vielen europäischen Ländern und lernen die Kirche und christliche Inhalte und Werte einmal von einer ganz anderen, sehr lebendigen Seite her kennen.

 

Höhepunkte der Tage in Taizé sind die drei täglichen ökumenischen Andachten, die von der Gestaltung her so einfach, aber beeindruckend sind, dass selbst die jungen Leute hier gerne in die Kirche gehen. Es ist ganz anders als bei uns: man sitzt auf dem Teppich am Boden, um die Mönche herum, mit viel Kerzenlicht und den weltbekannten meditativen Gesängen von Taizé, die eine ganz besondere Atmosphäre vermitteln und jeden innerlich berühren. Statt der Predigt gibt es eine zehnminütige gemeinsame Stille, die zu Nachdenken, Meditation und Entspannung einlädt.

 

Weiterhin haben die Schüler täglich eine Bibelstunde mit anschließenden internationalen Gesprächsgruppen, Themenworkshops, Mitarbeit auf dem Gelände und Begegnungen mit Jugendlichen aus aller Welt, bei denen sie auf die Anwendung ihrer Sprachkenntnisse angewiesen sind.

 

Weitere Angebote der Communauté de Taizé sind der weitläufige „Garten der Stille“ mit einer Quelle und einem Wasserfall, der der Besinnung, der eigenen Reflektion und dem gemütlichen Miteinander dient, aber auch Orte wie das „Oyak“, ein Treffpunkt der Jugendlichen mit Laden und Bar mit Stehtischen und Sitzmöglichkeiten und freie Rasenflächen für Spiele wie Volleyball oder Fußball. Das Gelände besitzt sogar eine eigene, kostenlose Krankenstation („El Abiodh“).

 

Die Lehrer sind in nahem Kontakt mit den Schülern; über das Programm hinaus machen sie eine Wanderung mit den Schülern, fahren einmal nach Cluny mit Besichtigung und Stadtbummel und organisieren ein persönliches Treffen mit einem deutschen Mönch, mit dem unsere Schüler ins Gespräch kommen und dem sie ihre vielen Fragen stellen können.

 

Bei einem Aufenthalt in Taizé lernen die Schüler viele Dinge kennen, die sie daheim meist nicht mehr erleben. Schüler haben einmal Folgendes in einem Reisebericht geschrieben:

 

„Dass Taizé ein Ort der Einfachheit und Bescheidenheit ist, erfuhren wir anhand der einfachen Unterbringung (Holzbaracke mit 6 Betten) ohne jeglichen Luxus und des einfachen (aber ausreichenden) Essens. Wir begriffen, dass wir heute sehr im Überfluss leben und man eigentlich mit viel weniger auskommen kann; materielle Dinge sind gar nicht so wichtig, es ist so schön, was man hier alles zusammen machen kann. Es kommt auf ganz andere Dinge an, die einem innerlich richtig was geben. Sogar die gemeinsame Arbeit und das Putzen haben hier Spaß gemacht.“ Den Komfort zu Hause lernten sie, nach eigener Aussage, ganz neu zu schätzen, und auch das gute Essen, das „die Mama täglich daheim kocht“.

 

Mit vielen neuen Eindrücken, Kontakten und Einladungen in ganz Europa kehren die Schüler nach einer eindrucksvollen Woche zurück nach Landau an der Isar und sind sich jedesmal alle einig: „Sche, dass ma do hi derfa ham!“

 

OStRin Synke Roos

 

 

Die Fahrt wird folgenden Lehrplan-Anforderungen gerecht:

 

1. den Leitlinien des Religionsunterrichtes in Bayern:

- Fragen der Ökumene und des interkonfessionellen Dialogs werden

  aufgegriffen

-  Ermutigung zur Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben

   und Handeln und vom Evangelium her Perspektiven für die eigene

   Orientierung zu entwickeln

-  Vermittlung und Stärkung religiöser Kompetenz

 Ökumenische Kooperation zwischen katholischen und evangelischen

   Gläubigen

-  Kennen lernen außerschulischer Lernorte religiösen Lebens

-  Interkultureller Dialog u. v. m.

 

2. dem Profil des Gymnasiums in Bayern:

-  Soziales Lernen

-  Persönlichkeitsentwicklung

-  Teamfähigkeit

-  Wertorientierung 

3. der Internationalität:

-  Die Schüler können ihre in der Schule erworbenen Kenntnisse in den

   modernen Fremdsprachen anwenden.

 

 
Die Kirche in Taizé, Foto: Roos

 

 

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